Das Museum
Das Museum Huelsmann verbindet Vergangenheit und Gegenwart – durch seine Architektur, seine Menschen und seine Geschichte.
Leitbild
Das Sammeln ist eine jahrtausendealte Leidenschaft der Menschen. Das Museum Huelsmann bringt nicht nur verschiedene Sammlungen zusammen, es hält selber Augen und Ohren offen, um einzigartige Kunstwerke zu finden, die beispielsweise in einer besonderen Form mit der Stadt Bielefeld verbunden sind.
Die prominente Privatsammlung des Kunsthändlerehepaares Huelsmann bildet den Grundstock der Ausstellung. Hier finden Sie Highlights europäischer Kunst sowie internationaler Designs. Dabei haben Stücke aus der Renaissance, dem Barock und Klassizismus, aber auch aus dem Jugendstil und der Gegenwart ihren Platz in unserem Haus.
Das Museum Huelsmann versteht sich als lernende Institution, die sich durch Kooperationen neue Perspektiven eröffnet. Die Vernetzung mit anderen Einrichtungen bietet die Möglichkeit, externe Kompetenzen einzubinden, gemeinsam Themen für attraktive Sonderausstellungen zu generieren, Erfahrungen zu teilen und mehr Reichweite zu erzielen.
Die Sammlung des Museums Huelsmann ist so vielfältig wie die Bielefelder Stadtgesellschaft. Neben klassischen Vermittlungsformaten bestreitet und entwickelt das Museum neue Wege der Ansprache, um die Diversität bei seinen Besucher:innen abzubilden – auch in enger Kooperation mit anderen Museen und Bildungsorten. Dazu gehört ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm für unterschiedliche Zielgruppen.
Architektur erleben – im Park des Museums
Direktorenvilla
Ein repräsentativer Wohnsitz wird Museum
Die 1865 erbaute herrschaftliche Villa im Ravensberger Park liegt in zentraler Sichtachse zum Hauptgebäude der zehn Jahre zuvor gegründeten Ravensberger Spinnerei. Mehr als 100 Jahre diente sie dem jeweiligen Direktor der Fabrik als Wohnsitz. Mit der Aufgabe des Produktionsstandortes 1969 verloren auch die Gebäude der Fabrik ihre ursprüngliche Bestimmung. Der Stadtrat plante deren Abriss, um Umgehungsstraße und Verwaltungsbaus zu bauen. Engagierte Bürger:innen erkannten den besonderen Wert der Industriearchitektur und setzten sich erfolgreich für eine sinnvolle Umnutzungspolitik ein.
Heute ist die Ravensberger Spinnerei und das dazugehörige Parkgelände nicht nur ein Wahrzeichen der Stadt und Kleinod der Bielefelder Industriegeschichte, sondern auch ein abwechslungsreicher Kulturort. Nachdem zunächst die Volkshochschule und das Historische Museum der Stadt in die ehemaligen Produktionshallen einzogen, fand die Direktorenvilla mit dem Einzug der Sammlung Huelsmann ihre neue Bestimmung. Im Sommer 1995 öffnete das Museum Huelsmann.
Auf einer Präsentationsfläche von ca. 650 qm, verteilt auf vier Stockwerken, werden seither die verschiedenen Sammlungen präsentiert. Im Erdgeschoss und im 1. Obergeschoss sind Exponate in spezifischen Epochenräumen von der Renaissance bis zum Klassizismus zu sehen. Gold- und Silberschmiedekunst, Keramiken, Bronzen, Metallgerät, Tapisserien und Mobiliar aus über 400 Jahren europäischer Kunst- und Kulturgeschichte gibt es hier zu entdecken. Im Untergeschoss können die Besucher:innen die erstaunliche Sammlung an wissenschaftlichen Geräten, insbesondere Sonnenuhren entdecken. Außerdem findet sich hier ein Glaskabinett und eine Schatzkammer mit Objekten aus Edel- und Halbedelsteinen, Elfenbein, Bernstein, Perlmutter und Schildpatt, die einen Eindruck einer fürstlichen Sammlung vergangener Tage vermittelt. Ein weiterer Sammlungskomplex ist die hochkarätige Asiatica Sammlung, ebenfalls im Untergeschoss.
Turmvilla
In guter Nachbarschaft
1852 entstand neben der Direktorenvilla die sogenannte Turmvilla. Heinrich Niedergassel, einer der Gründer der Ravensberger Spinnerei, gilt als Bauherr des Gebäudes. Nach seinem frühen Tod 1860 wohnten hier die Prokuristen der Ravensberger Spinnerei.
Die Villa ist ein signifikanter Bau in der Art einer Potsdamer Turmvilla, inspiriert durch den italienischen Landhausstil. Eine signierte Zeichnung des preußischen Hofarchitekten Ferdinand von Arnim legt nahe, dass es sich bei der Vorlage für die Villa um ein Landhaus bei Potsdam handelt.
2005 wurde die Turmvilla anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des Museums eröffnet und ergänzt somit das Ensemble Museum Huelsmann. Die schlichten, modernen Grundformen, die asymmetrisch zusammengeführt werden, und die kompakten Würfelformen der Architektur spiegeln die heutige moderne Bestimmung wider. Ab 2021 war das Gebäude aus brandschutztechnischen und statischen Gründen nur noch eingeschränkt zugänglich und konnte lediglich von kleinen, angemeldeten Besuchergruppen besichtigt werden. Geplant ist eine Nutzung als Büro- und Arbeitsraum für Museumsmitarbeiter*innen.
Ravensberger Park
Mitten im Grünen
Das Museum Huelsmann liegt inmitten des idyllischen Ravensberger Parks, in dem einige bekannte Institutionen wie das Historische Museum, die Volkshochschule Bielefeld und das Lichtwerk zu Hause sind. Auf dem gesamten Gelände finden regelmäßig Feste und Aktionen statt, an denen das Museum Huelsmann teilweise teilnimmt.
Die Geschichte des Museums
Im Juni 1995 wurde das Museum Huelsmann als „Kunstgewerbesammlung der Stadt Bielefeld / Stiftung Huelsmann“ eröffnet und knapp 30 Jahre durch die Stiftung Huelsmann getragen. In der ersten Ausstellung wurden rund 700 Meisterwerke des europäischen Kunsthandwerks aus vier Jahrhunderten präsentiert – überwiegend aus dem Nachlass des Kunsthändlerehepaares Friedrich Karl August Hülsmann und Gertrud Agathe Elisabeth Hülsmann.
Zum Jahresbeginn 2021 ging die Trägerschaft des Museums Huelsmann von der privaten Stiftung Kunstgewerbesammlung der Stadt Bielefeld / Museum Huelsmann auf die Stadt Bielefeld über. Damit wurde das Museum, gemeinsam mit dem Historischen Museum, in das neu gegründete städtische Amt „Museen im Ravensberger Park“ eingegliedert. Zuvor hatte die Stadt vor allem als finanzieller Unterstützer im Hintergrund agiert, während die Stiftung die operative Verantwortung trug. Mit dem Trägerwechsel endete auch eine Ära. Nach 26 Jahren übergab Dr. Hildegard Wiewelhove die Leitung des Museums. Die promovierte Kunsthistorikerin hatte das Haus seit 1995 geprägt – mit über 60 Ausstellungen, gezielter Bestandserweiterung dank des Fördervereins sowie der Integration der Turmvilla als zusätzlichem Ausstellungsgebäude.
Zur Geschichte des Museums hat das Stadtarchiv Bielefeld im Rahmen des Historischen Rückklicks im Juni 2025 einen Artikel veröffentlicht.
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