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Unsere Sammlung

Der umfangreiche, wertvolle und facettenreiche Bestand des Museums Huelsmann verbindet einzigartige Sammlungen unterschiedlicher Natur. 

Kunstgewerbe Sammlung der Stadt Bielefeld

1898 hat die Stadt Bielefeld begonnen, sich um altes und zeitgenössisches Kunsthandwerk verdient zu machen. So ist im Laufe der Zeit eine beachtliche kunstgewerbliche Sammlung entstanden. 1966 erhielt die Sammlung im Waldhof den ersten festen öffentlichen Ausstellungsraum, der bis in die 1980er Jahre hinein genutzt wurde. Mittlerweile hat die Sammlung im Museum Huelsmann ein festes Zuhause gefunden.

Sammlung Hertha Koenig

1976 wurde die städtische Sammlung um eine hochkarätige Privatsammlung bereichert. Die Schriftstellerin und Mäzenin Hertha Koenig (1884-1976), die mit Rainer Maria Rilke befreundet war, sammelte mit großer Leidenschaft alte Meister des 16. bis 18. Jahrhunderts, Hinterglasmalerei, hochwertiges Biedermeierglas, Zinn, Porzellan und Textilien sowie Werke der klassischen Moderne. Ein beachtlicher Bestand an Kunstgewerbeschätze ist in der Dauerausstellung in der Direktorenvilla zu sehen. Weitere Werke der bildenden Kunst sowie Skulpturen und Gemälde der Sammlung Hertha Koenig befinden sich in der Sammlung der Kunsthalle Bielefeld. Einige dieser Werke ergänzen als Dauerleihgaben die Epochenräume in der Direktorenvilla.

Sammlung F.K.A. / G.A.E. Huelsmann

Der umfassendste und wertvollste Zuwachs der städtischen Kunstgewerbesammlungen erfolgte 1984, als die Stadt das umfangreiche Vermächtnis des Ehepaars Friedrich Karl August Hülsmann (1904-1979) und Gertrud Agathe Elisabeth Hülsmann (1894-1983) antrat. Mit dieser Schenkung erhielt Bielefeld Kunstwerke von Weltrang. Die namensgebende Sammlung des Ehepaares ist das Herzstück des Museums.

Die Eheleute führten seit dem Ende der 1930er Jahre in Hamburg, Hohe Bleichen, die renommierte Kunst- und Antiquitätenhandlung F.K.A. Huelsmann. In der Nachkriegszeit entwickelte sich das Geschäft zu einer führenden Adresse im Bereich des europäischen Kunsthandwerks. Das kinderlose Ehepaar vermachte testamentarisch sein gesamtes Vermögen, inklusive einer umfangreichen und qualitätvollen Kunstgewerbesammlung, der Stadt Bielefeld, dem Geburtsort von Friedrich Hülsmann. Der testamentarischen Vorgabe, dass die Sammlung nicht veräußert werden dürfe und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden muss, ist es zu verdanken, dass 1995 das Museum Huelsmann im Ravensberger Park eröffnet wurde. Die Schwerpunkte der 953 Objekte umfassenden Sammlung Huelsmann liegen in den Bereichen Silber- und Goldschmiedekunst, Fayence und Porzellan, Gemälde und Möbel sowie wissenschaftliche Instrumente. Sie stellte in materieller sowie künstlerischer und kunsthistorischer Hinsicht die bedeutendste kunstgewerbliche Schenkung dar, die eine deutsche Stadt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erhalten hat.